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Es wurde die Frage gestellt, ob man die Gedächtnisleistung beim Lernen von Einmaleinssätzchen (1×1) über ein System von Körperbewegungen verbessern könne.
Ich kenne kein solches System und bezweifle auch, dass das gut funktionieren koennte, da bei den 1×1 Saetzen sprachliche, ordinale, kardinale und auch geometrische Muster und Vorstellungen eine Rolle spielen. Das Konzept Arithmetik als Bewegung (Körpermetapher z.B. bei Lakoff/Nunez 2000: Where Mathematics comes from) beschreibt grundlegende Arithmetik wie z.B. vorwaertsgehen – vorwaertszaehlen oder rueckweartsgehen – rueckwaertszaehlen, usw …
Da es sich bei den 1×1 Saetzen zunächst um eine ueberwiegend sprachliche Gedächtnisleistungen handelt (siehe Dehaene 1999: Der Zahlensinn ..) koennen hier aber alle didaktisch-methodischen Kniffe der Sprachdidaktik eingesetzt werden. Also z.B. Anknüpfen an Bilder, Reimformen, sprachrhythmische Hilfen, … usw.
Falls das Kind dann die 1×1 Saetze lernt hat es aber immer noch keine Zahlvorstellung sondern eigentlich kontextloses Wissen erworben, was dann z.B. beim Loesen von Sachaufgaben mit z.B. multiplikativem Kontext zu Problemen fuehrt. Meiner Meinung nach ist deshalb der bessere Weg, der aber auch aufwendiger ist, zunaechst Zahlvorstellungen aufzubauen (z.B. mit Zehnerfeldkarten oder Punktefeldern).
Wenn dann solche Zahlenbilder als integrierte ordinal-kardinale Konzepte im Kopf vorhanden sind, mit denen das Kind auch mental operieren kann, dann kann man damit langsam Einmaleinsvorstellungen über das Verdoppeln und dann das Vervielfachen sowie über Nachbaraufgaben aufbauen (siehe Konzept Königsaufgaben des 1×1). Dabei muessen dann Grundaufgaben des 1+1 ohne großen mentalen Aufwand referiert werden koennen, um dann daraus das mentale Konzept 1×1/Multiplikation aufbauen zu können. Das ist also ein integriertes Konzept mit vielen Facetten.
Ein weiterer Ansatz, falls das Kind wirklich unter Gedaechtnisschwierigkeiten leidet (das muesste man pruefen – auch ob das Kurzzeit- oder eher Langzeitgedaechtnis betroffen ist, da dies ganz unterschiedliche Auswirkungen hat) waere Gedaechtnisuebungen und Konzentrationsuebungen durchzufuehren, also an den Ursachen zu arbeiten und nicht an den aktuellen Symptomen.

Fazit: es ist schwierig, eine Ferndiagnose zu stellen!

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